Firmenchronik aus Lockenhaus

Die Geschichte der Familie Gager

Seit Beginn des 17. Jahrhunderts ist die Familie Gager in Lockenhaus nachweisbar. Wie der Hausname "Draxler" heute noch erahnen lässt, war die Familie Gager vorwiegend als Schuhmachermeister und Drechslermeister bekannt und betrieben zusätzlich nebenbei noch die hauseigene Landwirtschaft.

Die Anfänge von Gager Parkett

Der Sohn Georg Gagers (Drechslermeister), Johann Gager, war beim hiesigen Konsortium beschäftigt, bis dieses 1867 aufgelöst wurde. Ungefähr im Jahre 1873 gründete er mit Franz Rehberger die Firma „Rehbergen und Gager". Auch der Bruder Johann Gagers, Alois, arbeitete fleißig mit. Später traten auch seine Söhne Johann und Franz Gager in die Firma ein. Noch heute erinnert an Alois Gager die Beschriftung des Parkettbrettes, das sich im Besitz von Ing. Thomas Gager befindet.

Aufschwung & Erweiterung

Aufgrund der hohen Qualität der Arbeiten von "Rehbergen und Gager" waren die Produkte bald sehr gefragt. Diverse Arbeiten wurden in Wien und sogar für das Benediktinerstift Westungarns, sowie in Pannonhalma zur vollsten Zufriedenheit der Auftraggeber durchgeführt. Vorbereitet und gearbeitet wurde in der Oberen Gasse 20 und in der von der Herrschaft Esterhazy zugepachteten Säge. Nach Ausscheiden Franz Rehbergers, war die Familie Gager Alleinbesitzer der Firma und diese wurde in „Gebrüder Gager“ umbenannt. Johann Gager (Hanspatschi) und sein Bruder Franz Gager bauten die Firma weiter aus. Im Besitz des Ing. Thomas Gager befindet sich eine Rechnung an Dr. Popp, die von seinem Vorfahr Johann Gager ausgestellt wurde. Dieser kaufte von den Erben des Anton Gilschwert den Besitz Lerchenfeld 10 (heute Peter Stecher). Dort wurde eine Werkstatt, 1912 der Dörrofen (Gebäude besteht noch) und ein Turbinenhaus (heute als Pferdestall benutzt) gebaut. Die Turbinenanlage diente noch bis nach dem 2. Weltkrieg den Bauern zum Lohndrusch. Der Dörrofen war noch bis 1977 zur Parketttrocknung im vollen Einsatz.

 

Schwierige Zeiten, Ausbau & 100 Jahrfeier

Trotz der schwierigen Zeiten des 1. Weltkrieges (Franz Gager kam erst 1921 aus der russischen Gefangenschaft nach Hause) und des 2. Weltkrieges, sowie während der russischen Besatzungszeit, konnte mit viel Umsicht der Fortbestand der Firma gesichert werden. Im Jahr 1958 übernahm der Sohn des Franz Gager, Emmerich, die Firma. Er kaufte das Gelände in der Augasse 11 und errichtete dort den Betrieb. In der Nachkriegszeit war vorwiegen durch Ausbau und Überarbeitung der Arbeitsmethoden geprägt. es wurden diverse Parkettproduktionsmaschinen und eine Holzgebläseheizung angeschafft und die Büroräumlichkeiten ausgebaut. Im Jahr 1973 fand die 100 - Jahrfeier statt. Anfang 1976 übernahm sein Sohn Franz Gager mit seiner Gattin Marianne die Firma. Sie renovierten die Gebäude umfassend, außerdem wurden im Jahr 1978 eine automatische Holztrockenanlage sowie ein Gabelstapler gekauft. Trotz der schwierigen wirtschaftliche Verhältnisse („Teppichboom"), konnten in diesen Jahren diverse Altlasten abgebaut und die Geschäftsverbindungen weiter ausgebaut werde.

 

Die neue Generation bringt wieder viele Neuerungen

Da Franz Gager die letzten 10 Jahre seines Lebens sehr krank war, führte seine Gattin, mit kaum vergleichbarem Einsatz, die Geschäfte im Sinne der Firma ausgezeichnet weiter. Nach dem Tod seines Vaters übernahm Ing. Thomas Gager die Firma. Er besuchte die Unterstufe des Gymnasiums in Oberpullendorf, wechselte dann an die Höhere Lehranstalt für Holztechnik in Mödling und studierte einige Semester Betriebswirtschaft in Wien. Nach der Übernahme baute er die Firma grundlegend um. In den letzten Jahren wurden alle Lagerhallen, sowie die Werkstätte um- bzw. ausgebaut. Die Büroräume wurden neu eingerichtet und modernisiert, und der Maschinenpark völlig erneuert und erweitert. Die größten Investitionen stellen eine vollautomatische, umweltfreundliche Hackschnitzelheizung und die Errichtung eines ganztägigen geöffneten Schauraums dar. Auf Grund des Rentabilitätsgesichtspunktes wurde die Eigenproduktion von Parkettböden in den letzten Jahren beendet und die nicht mehr benötigten Maschinen aus dem Betrieb ausgeschieden.

 

125-Jahre Gager Parkett

Im Jahr 1998 wurde das 125 jährige Bestehen wurde groß gefeiert, mit dem damaligen Landeshauptmann des Burgenland, Karl Stix, als Ehrengast. Im Jahr 2010 wurde der Betrieb generalsaniert und der neue Weitzer Parkett Showroom am 8. April feierlich eröffnet. Die Firma Gager legt seit über 130 Jahren größten Wert auf die Qualität seiner verwendeten Materialien und deren Verarbeitung.

 

Ausgearbeitet von Angelika Gager; Stand: Mai 1998

Besitzer der Firma Gager
  • JOHANN GAGER (30.07.1873 - 12.09.1960)
  • FRANZ GAGER (04.10.1883 - 14.07.1950)
  • EMMERICH GAGER (01.09.1913)
    Übernahme der Firma ca. 1958
  • FRANZ GAGER (07.05.1946 - 27.08.1995)
    Übernahme der Firma am 01.01.1976
  • Ing. THOMAS GAGER (19.05.1972)
    Übernahme der Firma am 01.08.1995